VDI 3814
Die zentrale Richtlinienreihe der GA-Planung: gemeinsame Begriffe, Methoden und Arbeitsmittel — von der Bedarfsplanung bis zum Betrieb.
Die VDI 3814 ist die Richtlinienreihe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) für die Gebäudeautomation. Sie legt herstellerneutral fest, wie GA-Systeme geplant, beschrieben und dokumentiert werden: Begriffe und Ebenenmodell (Blatt 1), Bedarfsplanung und Betreiberkonzept (Blatt 2.1), GA-Funktionen (Blatt 3.1), Kennzeichnung und Adressierung (Blatt 4.1) sowie GA-Automationsschema, GA-Funktionsliste und GA-Funktionsbeschreibung (Blatt 4.3). Die Blätter 1, 2.1, 2.2, 3.1 und 4.1 liegen in der Ausgabe 2019-01 vor, Blatt 2.3 in der Ausgabe 2019-09, Blatt 4.3 in der Ausgabe 2022-07.
Gebäudeautomation berührt praktisch jedes Gewerk der technischen Gebäudeausrüstung. Damit Bauherr, Planer und ausführende Firmen dieselbe Sprache sprechen, gibt es seit den 1970er-Jahren die Richtlinienreihe VDI 3814. Sie legt fest, wie GA-Projekte beschrieben, gegliedert und dokumentiert werden — herstellerneutral und unabhängig vom Übertragungsprotokoll. International ergänzt sie die Normenreihe DIN EN ISO 16484.
Was die Blätter regeln
| Blatt | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Grundlagen und Begriffe – die drei Ebenen, Anlagen- und Raumautomation |
| 2.1 | Bedarfsplanung, Betreiberkonzept und Lastenheft – was der Bauherr eigentlich braucht |
| 2.2 | Planungsinhalte, Systemintegration und Schnittstellen zu den anderen Gewerken |
| 2.3 | Bedienkonzept und Benutzeroberflächen |
| 3.1 | GA-Funktionen – der Baukasten standardisierter Funktionsbausteine |
| 4.1 | Kennzeichnung und Adressierung – jedes Gerät, jeder Datenpunkt eindeutig benannt |
| 4.2 | Listen und Tabellen zur Bedarfsplanung und Systemintegration |
| 4.3 | Methoden und Arbeitsmittel – GA-Automationsschema, GA-Funktionsliste und GA-Funktionsbeschreibung |
| 6 | Qualifikationen und Kompetenzen der Beteiligten |
GA-Funktionen statt Freitext
„Die Lüftungsanlage soll bedarfsgerecht geregelt werden“ — solche Sätze klingen sinnvoll und sind für eine Ausschreibung wertlos: Jede Firma legt sie anders aus, die Angebote sind nicht vergleichbar, und am Ende wird etwas anderes gebaut, als der Bauherr sich vorgestellt hat.
Die VDI 3814 löst das mit standardisierten GA-Funktionen: fest definierten Bausteinen mit klaren Ein- und Ausgängen. Steht im Leistungsverzeichnis „Grenzwertüberwachung“, ist eindeutig festgelegt, was diese Funktion leistet — unabhängig vom Hersteller. Die Funktionen sind zählbar, die Angebote werden Zeile für Zeile vergleichbar, und bei der Abnahme lässt sich jede einzelne prüfen.
Die Arbeitsmittel: Funktionsliste und Automationsschema
Zwei Unterlagen tragen eine GA-Planung: Die GA-Funktionsliste nach Blatt 4.3 führt jeden Datenpunkt einer Anlage auf und ordnet ihm seine Funktionen zu — Messen, Schalten, Stellen, Melden. Das GA-Automationsschema zeigt dieselbe Anlage als Zeichnung: Kanäle und Rohre, jeden Fühler und jeden Antrieb mit eindeutigem Kennzeichen, dazu die Regellogik. Beide Unterlagen sind über die Kennzeichnung nach Blatt 4.1 miteinander verzahnt — vom Schema über die Liste bis zur Klemme im Schaltschrank.
Wie das bei uns aussieht, zeigen echte Auszüge aus einer WSCAD-Planung auf der Startseite und der Büroseite — keine Musterblätter, sondern Arbeitsstand.
Womit wir täglich arbeiten
Für unsere Projekte heißt das: Bedarfsplanung und Betreiberkonzept nach Blatt 2.1 als Grundlage des Lastenhefts, Funktionslisten nach Blatt 4.3, Automationsschemata in TRIC und WSCAD — und auf der Baustelle die Datenpunktprüfung gegen genau diese Listen. Die Originaltexte der Richtlinie geben wir hier bewusst nicht wieder; sie sind beim VDI bzw. DIN Media erhältlich.
Ingenieurbüro IB-JK
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